Deutschlands dienstältester Häftling stirbt

Deutschlands dienstältester Häftling ist nach fast einem halben Jahrhundert hinter Gittern im Gefängnis gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur DPA. Der berüchtigte Serienmörder wurde einst als „Monster des Schwarzwaldes“ bezeichnet.

Heinrich Pommerenke – Monster des Schwarzwaldes ist tot

Heinrich Pommerenke, gebürtiger Mecklenburger, ist am Samstag im Alter von 71 Jahren in einer Gefängnisklinik in der Kleinstadt Hohenasperg in Baden-Württemberg an einer Blutkrankheit gestorben.

Einst wegen der extremen Brutalität der von ihm begangenen Morde als „böse Inkarnation“ bezeichnet, verbrachte Pommerenke 49 Jahre im Gefängnis, somit war es die längste Haftstrafe in Deutschland, länger als jeder andere Verbrecher in Deutschland.

Heinrich Pommerenke

1960 wurde Pommerenke wegen mehrfacher Morde und Vergewaltigungen verurteilt und erhielt sechs aufeinander folgende lebenslange Haftstrafen und weitere 15 Jahre. Zwischen 1958 und 1959 ermordete er im Südwesten Deutschlands vier Frauen, vergewaltigte und attackierte zahlreiche andere.

65 Verbrechen – seit dem 19. Juni 1959 hinter Gittern

Pommerenke gestand schließlich, 65 Verbrechen begangen zu haben und sagte der Polizei an einem Punkt: „Das ist kein Mann, der vor dir sitzt, das ist der Teufel.“

Nach seinem Prozess sagte der Oberstaatsanwalt: „Neun Tore, durch die er nie wieder gehen wird, werden sich hinter ihm schließen. Er wird in Dantes Neunter Hölle gehen.“

Pommerenke sitzt seit dem 19. Juni 1959 hinter Gittern.

Trotz seiner 2001 abgelaufenen Strafe blieb Pommerenke im Gefängnis und wurde 2004 als „nicht freigelassen“ eingestuft. Experten sagten, sie könnten nicht ausschließen, dass er eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt, wenn er entlassen wird.

Der in Ostdeutschland geborene Pommerenke spielte einst mit dem derzeitigen Innenminister Wolfgang Schäuble Fußball. 1953 zog er nach Westdeutschland und begann gegen Ende dieses Jahrzehnts seine Zeit mit Raub, Vergewaltigung und Mord.

Erst nachdem Pommerenke vier Frauen getötet hatte, fand die Polizei ihn schließlich zufällig auf. Ein Mann entdeckte eine abgesägte Schrotflinte, die Pommerenke in einer Aktentasche am Tatort gelassen hatte.

Er wollte verhaftet werden

„Es war meine letzte Möglichkeit. Ich wollte verhaftet werden“, sagte er 2006 der DPA.

Trotz der langen Jahre hinter Gittern war sich Pommerenke selbst nicht sicher, ob er freigelassen werden wollte. „Ich will nicht raus, wenn Frauen schreiend vor mir weglaufen“, sagte er.

Dennoch sagte Pommerenke, er habe einen Plan für ein Leben außerhalb der Gefängnismauern.

“ Schnecken und Fische züchten. Die Natur bewegt mich“, sagte er der DPA.